Dienstag, 29. September 2015

Bis vor kurzem – ich las es noch vor einigen Wochen auf Facebook – wurde sich munter über die “asozialen” Hartz4 Empfänger ausgelassen. Natürlich waren all diese Hetzer Professoren oder hatten zumindest das Alhi 2 Gesetz studiert. Was ich dort lesen konnte, ließ mir die Haare zu Berge stehen. Selbst Menschen mit einem Handicap wurden da nicht außer Acht gelassen. Grade mal so, als wenn alle Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, faul und asozial wären. Wie schnell kann ein Jeder in solche Umstände geraten. Die Firma macht pleite, man wird krank oder ist (mit mehreren Kindern) alleinerziehend. Natürlich wollten die Hater davon nichts wissen. Wäre ja auch zu einfach, anderen mal zuzustimmen oder Recht zu geben. Gut – oder auch nicht gut – nun haben wir ja endlich wieder eine Plattform gefunden – na doch eher Personen – besser Menschen – auf die nun die unsägliche Wut des Neides herabgefeuert wird. Unsere Flüchtlingen. Ja, genau UNSERE Flüchtlinge. Menschen denen es wirklich nicht gut geht, die ihre Heimat verlassen haben um dem Krieg und dem Hass zu entgehen. Diese Menschen haben sogar Handys und tragen teilweise noch moderne Kleidung. Pfui, aber auch. Wie können sie nur. Ich denke grade an einen Facebook Post zurück, in dem eine Facebookerin postete: Unsere Großeltern hatten nichts auf der Flucht – die haben nun aber sogar Handys.

Ach guck an. Handys, wie kommt das überhaupt? Wie kann sich ein Mensch aus anderen Ländern nur erdreisten ein Handys sein Eigen zu nennen? Fakt ist, dass es früher – vor über 70 Jahren – keine Laptops oder Handys gab, die “Mensch” mit auf die Flucht hätte nehmen können. Sieh an, es fand in all den Jahren doch ein Fortschritt statt. Und ein weiterer Fakt ist, dass die flüchtenden Menschen (heute) gern auch Kontakt zu ihren daheim gebliebenen Angehörigen halten möchten. Zumindest so lange, wie die Karte es noch zulässt. Bitte, was ist daran so abwegig? Was würden wir tun, wenn wir weit weg wären von der Heimat. Der “perfekte” Deutsche würde natürlich NUR seine Papiere mitnehmen, einen Schlüpfer und vielleicht noch das ein oder andere glatt gebügelte Hemd. Ja ne, ist klar. Und schon haben/hören wir wieder öfter das Wort Kanake – ich kläre auf: Kanake heißt Mensch. Und das ist auch gut so (meinte unlängst auch Wowereit, als er sich als Schwul outete). Also, das angedachte Schimpfwort kannst du glatt vergessen. Und das ist AUCH gut so. Klar gibt es ein Problem – es sind unzählige Flüchtlinge unterwegs. Auch jene, die eigentlich gar keinen Grund dazu hätten. Aber wohin sollen sie denn überhaupt? Man kann sie doch nicht einfach ihrem Schicksal überlassen!

Aber, es ist nun mal so Fakt: Wir alle sind Menschen die in Frieden leben wollen, besonders wenn man Familie hat. Ich glaube nicht, dass sich Menschen auf den Weg machen, in Wäldern usw. übernachten, weil sie Lust dazu haben. Viele sind schon gestorben – ob im Wasser oder auch an Land. Diese Flucht geschieht nicht aus Spaß, sondern aus blanker Angst eines Tages getötet zu werden. Würden wie “korrekten” Deutschen das auch tun? Oder eher denken: Nein, wir wollen nicht ins Ausland. Wobei ich nun schon wieder weiter denke und meine: Was ist der Urlaub in der Türkei oder Griechenland, Amerika oder viele andere Länder und Orte? Was ist der Dönerladen um die Ecke, der Chinese ums andere Eck. Warum isst man da oder fliegt weit weg, wenn man doch eh gegen Migranten ist?  Denn dort im Urlaub ist man selber “Ausländer”. Da macht es mich doch wieder froh in einer Umgebung mit 138 verschiedenen Nationen zu leben – hier bei uns findet man kein Plakat, das dann heißt: Ausländer raus. Und auch das ist wiederum gut so.

Egal um was es in der letzten Zeit geht, ein jeder hat etwas dazuzugeben. Sei es Wohnraum, der leersteht und nun von den Gemeinden angemietet wird (ja, es gibt sogar noch Geld, siehe an). Warum soll Wohnraum leer stehen – besser wird er davon auch nicht. Und somit hat mindestens eine Familie wieder ein Dach über dem Kopf. Und ganz dreist: Da stand es doch letztens in der Zeitung: Putzkräfte für Asylantenwohnheim in einer Kaserne gesucht. Na wie kann man aber auch nur Putzkräfte für Menschen suchen, die ja hier gar nicht sein sollten – so die erste Lästerfraktion. Ich habe mir wirklich mal die Mühe gemacht und mich zwecks dieser Annonce erkundigt. Es wurden Putzkräfte für die Außenbereiche usw. gesucht. Und nicht etwa um um den Menschen drum herum zu putzen. Nett, wir haben ja auch nur mehr als 4 Millionen Arbeitslose (oder waren es grade noch mehr) da ist es auch schlimm mal eben einigen eine Chance auf einen neuen Arbeitsplatz zu geben. Ich habe schon ganz andere arbeiten erledigt – putzen ist gar nicht schlimm. Würden aber nun Putzfrauen und Männer für den Landtag (kleines Beispiel) gesucht, da schreit keiner auf. Und bitte – kein Flüchtling bringt seine Putzutensilien gleich mit. Ich glaube unsere eigenen Flüchtlinge vor über 70 Jahren wären auch froh gewesen, wenn sie so aufgenommen worden wären. Aber früher war eine ganz andere Zeit – nur hatten eindeutig wir den Bösen in unserer Runde. Nur DAS haben schon viele vergessen oder wollen es nicht wahr haben.

Was ich vielmehr anprangern würde, sind Hotelbesitzer, die sich nun den “goldenen Daumen” verdienen, indem sie “Schlafraum ohne Ende" schaffen und richtig abgreifen. Da darf es auch gern mal der Platz neben dem hoteleigenen Küchenherd sein. Unglaublich was Flüchtlinge erdulden müssen. Und bevor ich hier nun in einem 500 Seiten Artikel ende, ein paar Worte noch: Wir alle sind Menschen. Wir alle haben Gefühle und wir alle wollen nur das Gute für uns und unsere Familie. Und wer weiß, was in einigen Jahren ist, wer dann das Knöpfchen drückt. Und wer dann nicht pulverisiert ist, wird ebenso flüchten. Und vielleicht auch ins nahe “Ausland. Ich hoffe, dieses nie erleben zu müssen. Und wenn es so wäre, ich weiß um die Gastfreundschaft verschiedener Länder. Da wird noch zusammengerückt und geteilt. Da darf man Mensch sein.

Refugees Welcome!! Und davon lasse ich mich nicht abbringen.




Kommentare:

  1. Das Volk ist gespalten, was die derzeitige Flüchtlingskrise betrifft. Auf der einen Seiten möchten Sie, dass es den Menschen gut geht und niemand im Krieg leben muss. Auf der anderen Seiten haben sie Angst vor Wirtschaftsflüchtlingen, die die Situation derzeit ausnutzen. Ich denke, erst die Zeit wird zeigen, wie gut unser Land mit dieser Situation klar kommt. Und ja, es ist traurig, dass es wieder verschiedenen Branchen gibt, die sich umstrittene Weise eine goldene Nase verdienen. LG Romy

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    1. Sehr gespalten sogar und viele sind vor lauter Hass wie irre :( Wir wollen nie hoffen, das es mal so endet wie es vor über 70 Jahren begann :(
      Und ja, leider gibt es dort nun auch wieder Trittbrettfahrer, die einfach mit einreisen, ich hoffe doch sehr, das man diese herausfindet. Wollen wir einfach das Beste hoffen für alle Beteiligten :)

      Liebe Grüße

      Manu

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  2. Ich denke auch so das jeder Mensch das Recht auf ein schönes Leben hat. Und finde es auch super wieviele einfach so helfen.
    Doch hat man ganz klar auch bedenken....wen man hört das Menschen die schon seit über 30 Jahren in einer Wohnung/Haus leben, gekündigt bekommen oder das es heißt "Fküchtlinge" sollen gleich in den Arbeitsmarkt integriert werden.
    Klar muss man ihnen helfen, den sie hatten keinen schönen Weg hier her.
    Doch was ist z.B.mit unseren Obdachlosen die im Winter imfreien sind? Für sie wird kein Haus zur Verfügung gestellt.
    Oder was ist mit Kindern, deren Familien es nicht gut geht und sie selbst nicht mal ein warmes Essen am Tag bekommen. Ich denke auch hier sollte geholfen werden.

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    1. Natürlich sollte auch anderen Menschen geholfen werden. Hier in Hannover und in Berlin z.b. gibt es zentrale Anlaufstellen für Obdachlose, ganze Wohnheime. Und im Winter wird "gesammelt" Es gibt überall Aushänge, wo man sich melden kann, wenn man Obdachlose sieht, damit sie es warm haben. Desweiteren haben wir für Sozialschwache Suppenküchen (Hannover) und es gibt die Tafel. Finde ich persönlich auch seht toll, das Angebot ist super. Leider nutzen es viel zu wenige, die es gebrauchen könnten. Verstehe ich auch nicht, denn grade das Essen dort ist echt lecker. Und die Tafeln haben tolle Produkte. Wir kennen auch einige Obdachlose, die gar keine Hilfe haben wollen, schade eigentlich. Geholfen werden muss wirklich jedem Menschen!! Egal welcher Herkunft. Leider wird das alles nicht leicht, weil ja nun auch viele Flüchtlinge ankommen. Mit den Wohnungen verhält es sich so, das es rein städtische Wohnungen sind , die freigemacht werden müssen in solchen Situationen. Sicherlich für die ältere Dame sicherlich sehr traurig, aber sie sitzt nicht auf der Strasse (laut Artikel im Stern) ihr wird eine andere Wohnung gesucht. Gut, ich möchte so was auch nicht mitmachen- Aber die Stadt kann das leider so tun. Zumal es ja auch im Vorfeld (Anmietung) bekannt war. Trotzdem echt doof. Was ich aber noch viel schlimmer finde, ist die Tatsache, das es mittlerweile "Menschen" gibt, die unbedingt Krawall und Unrat stiften wollen und gefälschte "Du musst ausziehen, weil.." Briefe versenden. Wohin soll all das noch führen? :(

      Alles ganz ganz traurig :(

      LG

      Manu

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